Black Utopia

Afrofuturismus im Film

Entstanden als künstlerisch-philosophische Strömung in der Mitte des letzten Jahrhunderts bezeichnete Mark Dery den Afrofuturismus in seinem Essay „Black to the Future“ als Mixtur aus spekulativen Erzählungen, inspiriert von Science-Fiction-Genres und magischem Realismus.

Auf diesen narrativen Grundlagen nahmen Musiker*innen, Künstler*innen, Autor*innen und auch Filmemacher*innen Ideen des Futurismus – Weltraumreise- und Alien-Phantasien sowie eine unbändige Technologiebegeisterung – auf und kombinierten sie mit Ideen von Panafrikanismus und afrikanischer Mythologie.

Speziell in der afrikanischen Diaspora in den USA und Großbritannien fand der Afrofuturismus einen Nährboden und erhielt (auch in Allianz mit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung) ein emanzipatorisches Potenzial, das schon von der europäischen Kolonialherrschaft befreite oder sich noch befreiende Afrika nicht als Krisenkontinent, sondern als Hoffnungs- und Zukunftsraum zu begreifen. In den spekulativen Erzählungen des Afrofuturismus wurde Afrika zum „Mothership“ für die Diaspora-Communities und zur Startrampe für eine afrikanisch-utopische Zukunft.

In der Reihe Black Utopia – Afrofuturismus im Film ist ein kleiner Ausschnitt aus knapp 50 Jahren afrofuturistischen globalen Filmschaffens zwischen Afrika, Europa und den USA zu sehen, wobei die Filme explizit wie implizit auch auf afrofuturistische Schriftsteller*innen wie Octavia E. Butler oder Musiker*innen wie Sun Ra verweisen und so einen Eindruck von der afrofuturistischen Bewegung in unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen geben kann.

Sun Ra – Space is the Place (1974)
Les Saignantes (2005)
Octavia’s Visions (2021)